Viele Seniorinnen und Senioren möchten so lange wie möglich selbstständig in den eigenen vier Wänden leben. Damit das gelingt, sind Gesundheit und Sicherheit im Alltag entscheidend: Stürze, Schwindel, Kreislaufprobleme oder Nebenwirkungen von Medikamenten gehören zu den häufigsten Gründen für Notfälle im Alter, oft mit langfristigen Folgen für Mobilität und Selbstständigkeit.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Gesundheits- und Sicherheitsrisiken im Alter besonders häufig sind, wie Sie durch Sturzprävention und Wohnraumanpassungen viele Unfälle verhindern können und welche Vorkehrungen Sie für den Ernstfall treffen sollten.
Kurz erklärt: Warum Sicherheit im Alter so wichtig ist
Im Alter steigt das Risiko für Notfälle vor allem aus drei Gründen:
- - Mobilität und Gleichgewicht nehmen häufig ab
- - Chronische Erkrankungen treten häufiger auf
- - Medikamente können Nebenwirkungen wie Schwindel oder Blutdruckabfall verursachen
Schon kleine Veränderungen im Alltag, wie eine bessere Beleuchtung, rutschfeste Matten, regelmäßige Bewegung und ein klarer Notfallplan, können das Risiko deutlich senken und Angehörige spürbar entlasten.
Die häufigsten Gesundheits- und Sicherheitsrisiken im Alter
Nicht jeder Notfall kündigt sich deutlich an. Gerade im Alter verlaufen viele Beschwerden schleichend und werden „als normal“ abgetan. Umso wichtiger ist es, Warnsignale ernst zu nehmen.
Stürze
Stürze sind einer der häufigsten Gründe für Krankenhausaufenthalte bei älteren Menschen. Das Risiko steigt durch Unsicherheiten beim Gehen, Muskelschwäche, Schwindel, schlechte Beleuchtung, Stolperfallen in der Wohnung und ungeeignetes Schuhwerk.
Was nicht zu unterschätzen ist, sind die unsichtbaren Verletzungen nach einem Sturz. Etwa durch Prellungen, innere Blutungen oder die Angst vor weiteren Stürzen, was zu mehr Unsicherheit im Alltag führt.
Schwindel und Gleichgewichtsprobleme
Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden im Alter. Mögliche Ursachen sind:
- - Blutdruckprobleme
- - Flüssigkeitsmangel
- - Nebenwirkungen von Medikamenten
- - Ohr-Erkrankungen
- - Unterzuckerung
- - Neurologische Ursachen
Achtung: Wenn Schwindel plötzlich, stark oder mit Seh-/Sprachstörungen auftritt, sollte umgehend ärztliche Hilfe erfolgen.
Kreislaufprobleme und Blutdruckschwankungen
Zu niedriger Blutdruck kann zu Schwindel und Stürzen führen. Zu hoher Blutdruck erhöht langfristig das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Typische Warnzeichen davon sind:
- - Benomenheit
- - Schwäche
- - kalter Schweiß
- - Zittern
- - Unruhe
- - Plötzliche Müdigkeit
Tipp: Regelmäßige Messungen Zuhause und ein Medikationsplan helfen, Veränderungen früh zu erkennen.
Dehydrierung
Flüssigkeitsmangel wird oft unterschätzt. Viele ältere Menschen trinken zu wenig, oft aus Gewohnheit, wegen fehlendem Durstgefühl oder aus Angst, häufig zur Toilette zu müssen. Typische Anzeichen sind:
- - Trockener Mund
- - Verwirrtheit
- - Kopfschmerzen
- - Dunkler Urin
- - Schwindel
- - Kreislaufprobleme
Einfacher Alltagstipp: Stellen Sie morgens eine Karaffe Wasser sichtbar in die Küche oder ans Bett. So wird Trinken automatisch wahrscheinlicher.
Unterzuckerung bei Diabetes (Hypoglykämie)
Bei Diabetes kann eine Unterzuckerung schnell gefährlich werden, insbesondere wenn die betroffene Person alleine lebt. Mögliche Warnzeichen für eine Unterzuckerung sind:
- - Zittern
- - Schwitzen
- - Heißhunger
- - Verwirrtheit
- - Unruhe
- - im Extremfall Bewusstseinstörungen
Sofortmaßnahme: Geben Sie der Person zuckerhaltige Getränke oder Traubenzucker und kümmern Sie sich danach umgehend um eine ärztliche Abklärung.
Demenz und Orientierung: Risiko für Weglaufen und Notfälle
Bei Demenz erhöht sich das Risiko sich zu verirren, gefährliche Haushalsgeräte falsch zu nutzen, Medikamente falsch einzunehmen und Risiken im allgemeinen zu unterschätzen.
Für Angehörige ist hier besonders wichtig: klare Routinen, sichere Umgebung und Notfallstrategie.
Sturzprävention: Die wichtigsten Maßnahmen
Sturzprävention ist kein kompliziertes Programm. Entscheidend sind wenige Maßnahmen, die konsequent umgesetzt werden und schnell die Sicherheit steigern.
Die wichtigsten Sofort-Maßnahmen
Die meisten Stürze passieren im eigenen Zuhause. In nur 30 Minuten kann ein Großteil der Risikoquellen behoben werden. Folgende Punkte sollten sie zuerst in Angriff nehmen:
- - Lose Teppiche entfernen oder mit Antirutschmatten fixieren
- - Kabel aus Laufwegen entfernen
- - Nachtlicht in Schlafzimmer, Flur und Bad installieren
- - Rutschfeste Matten im Duschbereich platzieren
- - Häufig benutze Gegenstände an gut erreichbare Orte legen
- - Hausschuhe mit gutem Halt tragen
- - Gehwege in der Wohnung freihalten
Für detailliertere Informationen können Sie bei unserem Ratgeber Sicher wohnen im Alter vorbeischauen.
Bewegung & Kraft
Regelmäßige Bewegung gilt zu den effektivsten Schutzfaktoren gegen Stürze. Schon 10-15 Minuten tägliches, bewusstes Training können helfen. Das kann bspw. in Form von leichtem Krafttraining, Gleichgewichtsübungen, Spaziergängen oder leichter Gymnastik umgesetzt werden. Wichtig ist die richtige Ausführung, weshalb im Idealfall an einem spezifischen Seniorenkurs teilgenommen oder Physio- und/oder Reha-Sport wahrgenommen werden sollte, um die Übungen zu lernen.
Seh- und Hörvermögen prüfen lassen
Insbesondere eine Beeinträchtigung der Sinne, die mit dem Alter meist automatisch auftreten wie Sehschwächen und Hörprobleme, führen zu Unfällen im eigenen Zuhause.
Um vorzubeugen sollten daher regelmäßig Seh- und Hörtests durchgeführt werden. Brillen und Hörgeräte mit den passenden Werten sind unerlässlich. Außerdem sollte für eine gute Beleuchtung und Kontrastmarkierungen bspw. an Treppenkanten gesorgt werden, um die Wahrscheinlichkeit von Stürzen zu senken.
Medikamente als Sturzrisiko
Was viele Menschen nicht direkt auf dem Schirm haben, wenn Sie an Sturzrisiko denken, sind Nebenwirkungen von Medikamenten. Unter anderem können Schlaf- und Beruhigungsmittel, Blutdrucksenker, Antidepressiva und auch manche Schmerzmittel das Risiko von Stürzen erhöhen.
Tipp: Einmal jährlich eine „Medikamenten-Überprüfung“ beim Hausarzt durchführen, um Nebenwirkungen zu reduzieren.
Sicherheit in der Wohnung: Raum für Raum
Viele Unfälle passieren nicht draußen, sondern zuhause. Besonders gefährlich sind Badezimmer, Treppen, Flur und Schlafzimmer. Was genau Sie im jeweiligen Raum beachten sollten, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.
Badezimmer
Die Hauptgefahrenbereiche im Badezimmer für Senioren sind rutschige Oberflächen wie nasse Fliesen, Stolperfallen wie ein zu hoher Einstieg in die Badewanne oder fehlende Haltegriffe zur Unterstützung beim Hinsetzen und Aufstehen. Auch eine niedrige Toilettenhöhe kann zu Problemen führen. Diese Bereiche gilt es zu reduzieren.
- Sinnvolle Maßnahmen sind das Einsetzen von:
- - Rutschfesten Matten
- - Haltegriffen an Dusche und Toilette
- - einem Duschhocker
- - ebenen Duschen
- - Anti-Rutsch-Streifen in der Badewanne
Schlafzimmer & Nachtwege
Viele Stürze passieren nachts, was unter anderem mit der schlechten Sicht zusammenhängt. Um das Risiko von Stürze zu reduzieren empfiehlt es sich Nachtlichter mit Bewegungsmeldern und feste Hausschuhe einzusetzen, Laufwege freizuhalten, ein Bett in angenehmer Höhe zu nutzen und eine Telefon in Reichweite aufzubewahren.
Flur & Wohnzimmer
Gerade in Flur und Wohnzimmer stehen häufig Gegenstände und Dekoelemente, die die Laufwege beeinträchtigen. Herumliegende Kabel stellen ebenfalls eine Stolpergefahr dar. Um Vorzubeugen, sollten klare Laufwege freigeräumt und Kabel sicher verstaut werden, auch wenn das bedeutet einen Teil an Wohnlichkeit zu verlieren. Die Sicherheit ist in diesem Fall wichtiger.
Treppen: Gefahrenquelle Nummer 1
Ein falscher Schritt auf einer Treppe kann verheerende Folgen haben. Um den Auf- und Abstieg sicherer zu gestalten, sollten beidseitige Handläufe und rutschfeste Stufenmarkierungen befestigt werden. Zudem sollte der Bereich gut ausgeleuchtet sein. Falls die Person nicht mehr in der Lage ist Treppen sicher zu nutzen, ist ein Treppenlift eine sinnvolle Investition, die von Pflegekassen bezuschusst werden kann.
Gesundheit im Alltag
Sicherheit bedeutet nicht nur „Wohnung umbauen“, sondern vor allem: Alltagstaugliche Routinen implementieren, die Notfälle verhindern.
Essen & Trinken: 3 einfache Regeln
- 1. 1,5-2 Liter pro Tag trinken
- 2. Regelmäßige Mahlzeiten zu festen Uhrzeiten zu sich nehmen
- 3. Bei Diabetes: Blutzucker beobachten und Notfallzucker griffbereit halten
Tipp: Angehörige können das Trinken unterstützen, indem sie kleine Portionen anbieten (z. B. Tee, Wasser, Suppe) statt großer Gläser.
Schlaf & Müdigkeit: unterschätzter Risikofaktor
Versuchen Sie ausreichend guten Schlaf zu bekommen. Schlechter Schlaf erhöht das Risiko von Stürzen, Verwirrtheit und depressiven Verstimmungen.
Wichtig: Schlafmittel sollten nur nach ärztlicher Abklärung genutzt werden, da sie Sturzgefahr erhöhen können.
Psychische Belastung: Einsamkeit & Angst
Angst vor Stürzen führt häufig dazu, dass Betroffene weniger rausgehen und sich weniger bewegen. Um dem entgegenzuwirken, helfen Routinebesuche, kleine Bewegungsziele, soziale Verpflichtungen, bspw. in Form eines Seniorentreffs, und strukturierte Tagesabläufe.
Notfallvorsorge
Ein Notfall ist nicht nur medizinisch belastend , sondern auch organisatorisch schwierig, wenn niemand weiß,
- - welche Medikamente genommen werden
- - welche Erkrankungen bestehen
- - wen man zuerst anrufen soll
Um ideal auf den Notfall vorbereitet zu sein, sollte daher eine Notfallmappe inkl. Notfallplan angelegt werden. Dort sind alle relevanten Informationen zur betroffenen Person, Krankheitsgeschichte, Versicherungen und vieles mehr hinterlegt, sodass im Notfall alles an einem Ort aufzufinden ist.
Notfallmappe: Was hineingehört (Checkliste)
Eine Notfallmappe sollte enthalten:
- - persönliche Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail
- - Notfallkontakte
- - Medizinische Daten wie Diagnosen, Medikamentenpläne, Allergien
- - Vollmachten und Verfügungen
- - Versicherungen, Verträge und finanzielle Unterlagen
Tipp: Nutzen Sie gerne unsere kostenlose Notfallmappen Vorlage und legen Sie die Mappe an einem fest Ort ab, den Ihre Angehörigen kennen.
Notfall-Ablaufplan: Was Angehörige tun sollten
Im Notfall hilft eine klare Reihenfolge:
- 1. Ruhe bewahren und die Situation einschätzen
- 2. Bewusstsein und Atmung prüfen
- 3. Bei akuter Lebensgefahr 112 wählen
- 4. Bei Unsicherheit ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 kontaktieren
- 5. Angehörige und/der Pflegedienst informieren
- 6. Notfallmappe mit allen wichtigen Informationen bereithalten
Wichtig: Bei Sturz mit Schmerzen, Verwirrtheit oder Verdacht auf Bruch: keine eigenständige Bewegung erzwingen.
Sicherheitsregel für Medikamente
Viele Notfälle entstehen durch doppelte, vergessene oder falsche Einnahme von Medikamenten. Um das zu verhindern, bieten sich Wochenboxen mit Fächern für jede Tageszeit an. Außerdem kann eine digitale oder analoge Erinnerung an die Medikamenteneinnahme den Prozess erleichtern.
Notfallsicherheit im Alltag: Wann zusätzliche Unterstützung sinnvoll ist
Viele Angehörige kennen die Situation: Sie wohnen nicht im selben Haushalt und machen sich Sorgen, ob im Ernstfall schnell Hilfe kommt.
Gerade bei alleinlebenden Personen, Personen die besonders sturzgefährdet sind oder chronische Krankheiten haben oder kürzlich einen Krankenhausaufenthalt überstanden haben, kann eine zusätzliche Notfallabsicherung sinnvoll sein.
Ein Hausnotruf kann dabei helfen, in kritischen Situationen schneller Hilfe zu organisieren – ohne dass Betroffene ständig ein Mobiltelefon griffbereit haben müssen. Ab Pflegegrad 1 kann die Basisversion in den meisten Fällen sogar komplett von der Pflegekasse bezuschusst und für 0€ erworben werden.
Fazit: Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Gesundheit und Sicherheit im Alter hängen nicht von einem perfekten Zuhause ab, sondern von guten Routinen und klugen Anpassungen. Wer Stolperfallen reduziert, Bewegung fördert, Warnsignale ernst nimmt und eine Notfallvorsorge vorbereitet, schafft die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben zuhause und entlastet Angehörige spürbar.
Mehr zu diesem Thema
Hier finden Sie weitere hilfreiche Ratgeberartikel rund um das Thema Gesundheit und Sicherheit im Alter:
- Hausnotruf: Kosten, Pflegekasse, Voraussetzungen & Auswahlkriterien
- Hilfsmittel für Senioren: Alltagshelfer mit Effekt
- Notfallmappe - Kostenlose Vorlage zum Download
- Notfallpass - Kostenlose Vorlage zum Download
- Die häufigsten Alterskrankheiten - Definition, Symptome, Behandlung
- Sicher Wohnen im Alter: 7 einfache Schritte
- Ernährung im Alter: Tipps für eine gesunde Ernährung
Häufige Fragen
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Stürze, Kreislaufprobleme und Notfälle. Oft reichen schon kleine Auslöser wie Schwindel, unpassendes Schuhwerk oder Stolperfallen in der Wohnung. Wer frühzeitig vorbeugt, kann die Selbstständigkeit länger erhalten und schwere Folgen vermeiden.
Stürze, Schwindel, Kreislaufprobleme, Dehydrierung, Unterzuckerung und Nebenwirkungen von Medikamenten gehören zu den häufigsten Risiken im Alter. Viele Notfälle lassen sich durch bessere Beleuchtung, Stolperfallen-Check, Bewegung und Notfallvorsorge verhindern.
Entfernen Sie Stolperfallen, sorgen Sie für gute Beleuchtung, nutzen Sie rutschfeste Matten und Haltegriffe und tragen Sie feste Schuhe. Zusätzlich helfen Gleichgewichts- und Kraftübungen, Stürze nachhaltig zu vermeiden.
Bei Schwindel helfen häufig:
- – ausreichend trinken
- – langsam aufstehen (Sitzen → Stehen)
- – Blutdruck regelmäßig messen
- – Medikamente überprüfen lassen
- – Gleichgewichtsübungen (z. B. unter Anleitung)
Wenn Schwindel plötzlich stark auftritt oder mit Sprach-/Sehstörungen verbunden ist, sollte sofort ärztliche Hilfe erfolgen.
Schwindel ist ein Notfall, wenn er plötzlich und sehr stark auftritt oder wenn zusätzlich Symptome auftreten wie:
- – Lähmungserscheinungen
– Sprachprobleme
- – starke Kopfschmerzen
- – Brustschmerzen
- – Bewusstseinsstörungen
Dann sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden.
Anzeichen für Dehydrierung sind trockener Mund, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verwirrtheit, Schwindel und dunkler Urin. Ältere Menschen haben oft weniger Durstgefühl, daher ist eine Trinkroutine wichtig (z. B. feste Trinkzeiten).
Viele Medikamente können Schwindel, Müdigkeit oder Blutdruckabfälle verursachen, und damit Stürze begünstigen. Sinnvoll ist eine regelmäßige Medikamentenprüfung beim Hausarzt („Medikationscheck“), besonders wenn sich Symptome wie Benommenheit oder Unsicherheit beim Gehen häufen.
Besonders hilfreich sind:
- – Haltegriffe im Bad
- – rutschfeste Matten
- – Nachtlichter mit Bewegungsmelder
- – Gehstock oder Rollator (richtig eingestellt)
- – erhöhte Toilettensitze
- – Duschhocker
- – Hausnotrufgeräte für Hilfe im Ernstfall
- Diese Hilfsmittel verbessern die Sicherheit sofort, oft ohne Umbau.
Ja, oft sind Zuschüsse möglich, insbesondere bei bestehendem Pflegegrad. Dazu zählen z. B. Maßnahmen wie Haltegriffe, Türschwellen abbauen oder Bad-Umbauten. Ob und in welcher Höhe Zuschüsse möglich sind, hängt vom Einzelfall und den Voraussetzungen ab.
In eine Notfallmappe gehören:
– Personendaten, Krankenkasse, Versicherungsnummer
- – Medikamentenliste, Diagnosen, Allergien
- – Kontaktdaten von Angehörigen, Hausarzt, Pflegedienst
- – wichtige Dokumente wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung
- – Notfallkontakte und Hinweise (z. B. wo Schlüssel liegt)
Bei Bedarf außerdem Informationen zu Verträgen, Eigentum und Finanzen. Die Mappe sollte an einem festen Ort liegen, den Angehörige kennen.
- – 112 (lebensbedrohlicher Notfall)
- – 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst, nicht lebensbedrohlich)
- – Hausarzt / Pflegedienst / Angehörige (individuell)
Ein gut sichtbarer Zettel mit diesen Nummern hilft in Stresssituationen enorm.
Wenn Schmerzen, Verwirrtheit oder Verdacht auf Bruch bestehen: nicht allein aufstehen lassen und Hilfe holen (bei Bedarf 112). Nach einem scheinbar harmlosen Sturz sollten Betroffene trotzdem beobachtet werden, besonders wenn Blutverdünner eingenommen werden.
Zu den wichtigsten Gewohnheiten zählen:
- – ausreichend trinken
- – regelmäßige Bewegung (auch kleine Spaziergänge)
- – ausgewogene Mahlzeiten
- – feste Schlafroutine
- – Medikamente korrekt einnehmen
- – regelmäßige Arzttermine und Vorsorgeuntersuchungen
- – Wohnung ordentlich und gut beleuchtet halten
Diese Routinen senken das Risiko für Stürze und akute Notfälle deutlich.
Für mehr Sicherheit in der Nacht helfen:
- – Nachtlichter / Bewegungsmelder
– Wege freihalten (keine Teppiche, keine Gegenstände)
- – rutschfeste Hausschuhe
- – Toilette gut erreichbar (ggf. Nachtstuhl bei Bedarf)
- – Notfalltelefon oder Notrufmöglichkeit wie Hausnotruf in Reichweite
Nachts passieren viele Stürze, diese Maßnahmen wirken sofort.
Warnsignale sind:
- – plötzlicher Gewichtsverlust
- – häufige Stürze oder Unsicherheit beim Gehen
- – starke Müdigkeit oder Verwirrtheit
- – auffällige Vergesslichkeit
- – ungeklärte blaue Flecken
- verändertes Trink- oder Essverhalten
- – soziale Rückzüge
- Wenn solche Veränderungen auftreten, ist ein Gespräch mit Arzt oder Pflegeberatung sinnvoll.